Sieben praktische Tipps für deinen Kräutergarten

Ohne die aromatischen Küchenkräuter geht rund um den Erdball kulinarisch nichts. Sie sind in aller Munde und verfeinern frisch geerntet Fleisch- und Fischgerichte, Gemüse, Grillgut, Sommerdrinks, Brote und sogar süß Gebackenes. Voller Vorfreude erwarten wir im Frühjahr die ersten jungen Blättchen, die bereits ihr vollstes Aroma entfalten. Aber wie geht Kräuter Gärtnern eigentlich? Wie kannst du deinen Küchenkräutern das perfekte Wohlfühlambiente schaffen? Und brauchst du wirklich den berühmten grünen Daumen dazu?

Wenn du ein paar Dinge beachtest, kommst du in den vollen Genuss. Das Tolle an Kräutern ist, dass sie in Anbau und Pflege meist ziemlich unkompliziert sind und sich sowohl im Kräuterbeet als auch in Töpfen auf dem kleinsten Balkon oder auf der Fensterbank in der Küche wohlfühlen. 

1. Kräuterbeet vs. Kräutertopf

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Möchtest du dir ein neues Kräuterbeet anlegen oder Kräutertöpfe neu bestücken, lasse dich im Frühjahr auf dem Markt von Düften und Geschmäckern inspirieren oder beim Gärtner vor Ort beraten. Durch vorsichtiges Reiben der zarten Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger setzen sich Duftaromen frei und du weißt sofort, ob du das Kraut gut riechen und somit auch schmecken kannst. Petersilie, Schnittlauch und Basilikum gehören zu den Basics. Mit Rosmarin, Thymian und Oregano holst du dir den Geschmack der mediterranen Küche nach Hause. Etwas spezieller sind Sauerampfer, Pimpinelle und wilde Rauke. Diese heimischen Kräuter geben den ersten knackfrischen Frühlingssalaten einen schmackhaften Kick. Frage auch nach den Blüten: Viele Kräuter sind ein Nektarparadies für Bienen und Hummeln, sie schmecken aber auch uns Menschen extrem gut. 

Kräuterbeet

Im Kräuterbeet haben die aromatischen Pflanzen viel Platz und können sich wunderbar ausbreiten. Mit ein paar Natursteinen und Höhenunterschieden zauberst du in wenigen Stunden einen echten Blickfang. Zum Beispiel eine attraktive Kräuterspirale, die für jede Art Kraut die gewünschten Rahmenbedingungen schafft. An der Spitze in der mediterranen Zone fühlen sich Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Lavendel, Thymian und Co. sehr wohl. Sie lieben es sonnig und nicht zu feucht. Eine Stufe darunter, in der Normalzone, finden es Schnittlauch, Minze oder Koriander schön heimelig. Planze in der dritten Zone, der Feuchtzone, Petersilie, Basilikum und Bärlauch. Sie haben mehr Durst als die weiter oben angesiedelten Kräuter. Die letzte Zone, die Nasszone, bietet ausreichend Platz für Kräuter wie Brunnenkresse, Sauerampfer und Waldmeister. Der Boden sollte feucht und nährstoffreich sein, damit sie sich rundum wohlfühlen. So bist du bestens aufgestellt und kannst in der Küche nach Lust und Laune würzen.

Setzt du deine Kräuter in ein herkömmliches Beet, sorge für ein sonniges Plätzchen. Unser Tipp: Lege dir dein Kräuterbeet in der Nähe von Terrasse oder Sitzecke an, denn die unterschiedlichen Grüntöne, Blattformen und Blütenfarben sind ziemlich hübsch anzuschauen und der Duft ist einfach herrlich!

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Kräutertöpfe

Gärtnern in Töpfen hat einen großen Vorteil: Schnell bekommst du ein gutes Gespür für die Bedürfnisse einzelner Pflanzen und welche von ihnen mehr oder weniger Wasser benötigen. Basilikum zum Beispiel zeigt es dir ganz deutlich mit müden, herunterhängenden Blättern. Dann schnell einen großen Schluck Wasser zuführen, nach kurzer Zeit strecken sich die Kräuterstängel wieder senkrecht in die Höhe und der Sonne entgegen.

2. Vom Sämling bis zur Kräuterpflanze

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Möchtest du deine Kräuter selber ziehen, säe Basilikum, Petersilie, Dill oder Bohnenkraut im Frühjahr aus. Kleine Kokosfasertöpfe oder Kunststoffbehälter vom letzten Gemüseeinkauf im Supermarkt eignen sich perfekt. Die Anzuchttöpfe aus Kokosfasern kannst du direkt in den Boden oder in den Topf pflanzen, sobald die Pflanzen ihre ersten richtigen Blätter zeigen und es draußen warm genug ist. Wir haben bereits einige Pflanzen auf diese Art großgezogen und freuen uns jedes Mal, ihnen beim Wachsen zuzuschauen.

3. Jetzt aber an die frische Luft mit euch!

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Jedes Kraut hat seine ganz eigenen Ansprüche an Bodenverhältnisse, Wasserbedarf, Lichtverhältnisse und Nährstoffbedarf. Informiere dich vorab, was du den Kräutern bieten kannst und wie du ihnen ein perfektes Ambiente schaffen kannst. Aus Erfahrung empfehlen wir, Kräuter nach Gießbedarf zusammen zu pflanzen: Mediterrane Kräuter wie Thymian, Oregano, Salbei und Rosmarin bevorzugen einen rundum sonnigen Standort, wasserdurchlässigen und eher nährstoffarmen Boden. Basilikum, Estragon und Melissen freuen sich über einen feuchteren Boden und benötigen durch ihre größeren, runden Blätter mehr Wasser. Bärlauch hingegen liebt einen feuchten, schattigen Platz, um sich zu entfalten. Er ist weniger für den Balkongarten geeignet und liebt eine waldähnliche, schattige Umgebung. Frage im Gartencenter nach der idealen Kräutererde oder lasse dir Erde gegebenenfalls anmischen.

Der beste Zeitpunkt, Küchenkräuter ins Freie zu setzen, ist Mitte Mai. Am 15. Mai sind die Eisheiligen vorbeigezogen, die noch einmal Nachtfrost bringen können. Auf dem geschützten Balkon startet der Kräuterspaß schon etwas früher. Schenke besonders frostempfindlichem Basilikum, speziellen Salbei- und Minzsorten größere Aufmerksamkeit und lasse sie gegebenenfalls im Warmen übernachten.

4. Gießen Tipps für deine Urlaubsplanung

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Stehen deine Kräuter im Freien, übernimmt idealerweise die Natur das Gießen. Ist es allerdings über längere Zeit heiß und trocken, siehst du deinen Pflanzen schnell an, dass sie durstig sind – die Blätter und Zweige hängen schlapp herunter und warten sehnsüchtig auf eine Erfrischung. Dann schnell zum Wasserschlauch oder zur Gießkanne greifen. Gieße die Pflanzen am besten von unten, um bei warmen Temperaturen einer Pilzentwicklung vorzubeugen, die sich bei Wärme in Kombination mit Feuchtigkeit bilden kann. Vermeide unbedingt Staunässe und gieße in heißen Phasen lieber morgens und abends, statt zu viel auf einmal.

Sommerzeit ist Ferienzeit und oftmals sind Nachbarn oder Freunde, die den Gießdienst übernehmen würden, gleichzeitig im Urlaub. Da muss eine clevere Lösung her, die dafür sorgt, dass deine Pflanzen nicht austrocknen und auch nach deiner Rückkehr noch grün, kräftig und gesund sind. Im Freien kannst du mit einem Rasensprenger inklusive Zeitschaltuhr für regelmäßige Bewässerung sorgen. Deine Pflanzen werden in diesem Fall zwar nicht von unten gegossen, trocknen in einer heißen Periode aber immerhin nicht aus. Balkonkästen sind zum Teil mit Wasserspeichern ausgestattet, aus denen sich die Pflanzen nach Bedarf bedienen. Eine günstige und ziemlich simple Lösung sind PET-Flaschen, die mit kleinen Löchern versehen werden und in Pflanzkästen gelegt werden. Sie geben langsam Wasser ab und sorgen für eine gleichmäßige Befeuchtung der Erde. Eine weitere Lösung ist ein Set aus Tonkegeln, die in die Erde der Kräutertöpfe gesteckte werden und mit ihrem feinen Schlauch in einer prall gefüllten Wasserflasche stecken. Daraus ziehen die Pflanzen nach Bedarf Wasser und schaffen es einige Tage ohne individuelle Pflege.

5. Nach Herzenslust Kräuter ernten

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Mit einer scharfen Kräuterschere ausgestattet, erntest du immer genauso viele frische Kräuter wie du gerade zum Kochen und Würzen benötigst. Der Ernteschnitt ist gleichzeitig der Formschnitt und gibt deinen Kräutern einen neuen Wachstumsschub. Schneide sie mit einem scharfen Messer oder einer speziellen Kräuterschere, um die zarten Zweige nicht zu verletzen oder zu quetschen. Der Schnitt animiert die Pflanzen zu neuem Wachstum, sie verzweigen sich schneller und bilden neue Triebe. Die Pflanzen werden dadurch üppiger und prachtvoller. 

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Ist dein Rosmarin-, Salbei- oder Melissenstrauch eine Nummer zu groß gewachsen? Stutze ihn großzügig ein und hänge die frischen Zweige zum Beispiel zum Trocknen auf. Wir nehmen meist fünf bis zehn kleine Zweige und binden sie mit Gartenschnur zu Bündeln zusammen. Achte darauf, dass die Bündel trocken und luftig hängen. Nach wenigen Tagen, das geht in der Sonne ziemlich schnell, kannst du deine Kräuter in Vorratsdosen aufbewahren, um sie später als Tee oder für Gewürzmischungen. Dafür sollten die Kräuter sehr gut durchgetrocknet sein. Wann es soweit ist, erkennst du ganz einfach daran, dass die feinen Kräuterblätter und -nadeln durch leichte Reibebewegungen fein zerbröseln. Auf diese Weise lassen sich viele Kräuter für den Winter haltbar machen. 

6. Aromatischer Kräutergenuss rund ums Jahr

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Viele Kräuter wachsen schnell und nur eine kurze Zeit lang, wie zum Beispiel Bärlauch. Möchtest du auch im Winter in den Genuss aromatischer Kräuter kommen, lohnt es sich, eine größere Menge zu sammeln und direkt weiterzuverarbeiten. Es gibt unterschiedliche Wege, den Kräutergeschmack weit über die Saison hinaus genießen zu können – stelle zum Beispiel dein eignes Kräutersalz, Kräuteröl oder Pesto her. Das ist nicht schwer, geht schnell und die Verwendung der hausgemachten Produkte macht riesigen Spaß und schmeckt lecker.

Vorrats-Tipp: Petersilie, Schnittlauch, Dill und Co. lassen sich wunderbar zu kleinen Kräuterwürfeln zusammenstellen und portionsweise in einer Eiswürfelform einfrieren und nach Bedarf verwenden. Stelle so ganz easy deine eigene Kräutermischung her.

8. Essbare Blütenpracht Gaumenfreuden für Mensch und Tier

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Viele Kräuterpflanzen bilden außergewöhnlich schöne Blüten, die nicht nur toll aussehen, sondern auch ziemlich lecker schmecken. Die Blüten von Kapuzinerkresse, Schnittlauch, Rosmarin und Borretsch sind ziemlich lecker und in grünen Salaten oder Suppen ein farbenfroher Blickfang. Das wissen auch die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu schätzen. Sie freuen sich über eine bunte Blütenpracht und sammeln den süßen Nektar für ihre Artgenossen. Aus diesem Grunde lassen wir ganz bewusst einige Kräuterzweige stehen und freuen uns über das fröhliche Summen und zufriedene Brummen der ebenso bunten Insektenvielfalt. 

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