Le Creuset Tajine: aromatisches Slow Cooking wie in Marokko

Traditionelle marokkanische Tajine von Le Creuset mit Hähnchen, Paprika und Gewürzen, garniert mit Petersilie, serviert auf einem Holztisch.
Unten Gusseisen, oben Steingut: eine Tajine hat eine spektakuläre Form, die das Geschmorte saftig hält

Ein konischer Deckel aus Steinzeug, ein schwerer Boden aus Gusseisen und Zutaten, die langsam miteinander verschmelzen: Die Tajine gehört zu den charakteristischsten Kochgefäßen der nordafrikanischen Küche. Besonders bekannt ist sie aus Marokko, wo Tajine zugleich Kochgefäß und Bezeichnung für eine Vielzahl von Schmorgerichten ist. 

In Deutschland ist die Tajine noch eher eine Entdeckung. In Frankreich dagegen gehört sie deutlich selbstverständlicher zum Küchenalltag. Dahinter stehen auch die historischen und gesellschaftlichen Verbindungen Frankreichs zum Maghreb. Migration und kulinarischer Austausch haben nordafrikanische Gerichte in Frankreich dauerhaft präsent gemacht.

In der Le-Creuset-Tajine trifft das nordafrikanische Kochprinzip auf die französische Gusseisen- und Emaille-Tradition.

Wie funktioniert Tajine? Das Kochprinzip, das sich Zeit lässt

Eine Tajine ist auf langsames Garen ausgelegt. Während bei einem offenen Schmortopf Flüssigkeit verdampft und regelmäßig nachgegossen werden muss, arbeitet die Tajine mit einem geschlossenen Kreislauf.

Der hohe Deckel verengt sich nach oben zu einer Spitze. Wasserdampf steigt beim Erhitzen auf, trifft auf die Innenseite des Deckels, kondensiert dort und läuft wieder zurück zum Gargut. Die Feuchtigkeit bleibt dadurch weitgehend im Topf.

Das hat einen einfachen Effekt: Zutaten können über längere Zeit bei moderater Hitze garen, ohne auszutrocknen. Fleisch wird zart, Gemüse weich und aromatisch, während sich die Aromen zu einer konzentrierten Sauce verbinden.

Die besondere Form des Spitz-Deckels ist deshalb weniger dekoratives Detail als der Kern des Kochprinzips.

Woher kommt das Wort Tajine?

Das Wort stammt aus dem arabischen „ṭāǧin“, welches seinerseits seinen Ursprung im altgriechischen Wort „têganon“ hat, was wiederum so viel bedeutet wie „flache Pfanne“ oder „Kochgeschirr zum Braten und Kochen“. Unser deutsches Wort Tiegel hat denselben Ursprung.

Es gibt für Tajin verschiedene Schreibweisen: Tagine, Tadjine oder auch Tajine; letzteres ist die Geläufigste. Le Creuset hat sich in den Produktbenennungen auf die Schreibweise „Tagine“ festgelegt.

Tajine aus Gusseisen von Le Creuset: nordafrikanische Tradition, französisch interpretiert

Traditionelle Tajinen werden aus Ton oder Keramik gefertigt. Le Creuset überträgt das Prinzip auf ein anderes Material, denn der Boden besteht aus emailliertem Gusseisen. Das ist vorteilhaft: Zunächst werden Zutaten darin angebraten, was für Röstaromen sorgt. Der Gusseisenboden nimmt Wärme auf und gibt sie gleichmäßig wieder ab. Das ist beim langsamen Schmoren wichtig, denn die Temperatur lässt sich so über längere Zeit stabil halten.

Das Schöne an den Produkten: Die Tadjines gibt es in unterschiedlichen Farben, von Ofenrot und Azur bis Kirschrot.

Rote Le Creuset Tajine mit schwarzem Boden, neben Teegläsern und Feigen auf einem Tablett.
Ein Glanzstück! Perfekt verarbeitet, tadelloser Farbverläufe – eine Tajine ist ein Stück fürs Leben

Marokkanische Küche mit Tajine: viele Gerichte, ein Prinzip

Die marokkanische Tajine ist kein einzelnes Rezept. Je nach Region, Familie und Zutaten entstehen ganz unterschiedliche Gerichte. Fleisch, Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchte lassen sich auf diese Weise langsam schmoren. Viele dieser Gerichte zählen heute zu den bekanntesten orientalischen Gerichten Nordafrikas.

Typisch ist das Spiel mit unterschiedlichen Aromen. Kräftige Gewürze treffen auf süße Trockenfrüchte, salzige Oliven auf eingelegte Zitrone. Kreuzkümmel, Ingwer, Kurkuma, Zimt oder Safran geben vielen Gerichten Wärme und Tiefe.

Auch vegetarische Varianten sind fester Bestandteil der Tajine-Küche. Kürbis, Karotten, Auberginen, Tomaten und Kichererbsen profitieren von der langen, sanften Garzeit.

Eine vegetarische Kürbis-Tajine etwa verbindet die natürliche Süße des Kürbisses mit Gewürzen und Hülsenfrüchten wie Kichererbsen oder Linsen. Solche orientalischen Gerichte zeigen, wie unglaublich viel Geschmack entstehen kann, wenn Zutaten langsam miteinander garen.

Für Tajine-Rezepte braucht es deshalb keine komplizierte Technik, einzig gute Zutaten, passende Gewürze und Zeit sind hier der Schlüssel für unverwechselbare und einmalige Geschmackserlebnisse.

Tajine richtig benutzen: langsam schmoren, Aromen entwickeln

Beim Kochen mit der Tajine ist Zurückhaltung gefragt. Das gilt besonders für Gusseisen, das Wärme lange speichert. Eine niedrige bis mittlere Temperatur reicht für das langsame Schmoren in der Regel aus.

Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze können zunächst im Unterteil angeschwitzt werden. Danach kommen die übrigen Zutaten dazu. Flüssigkeit wird sparsam eingesetzt, denn während des Garens entsteht zusätzlicher Dampf.

Anschließend bleibt der Deckel möglichst geschlossen. Mit jedem Öffnen entweichen Wärme und Feuchtigkeit – also öffnen Sie den Deckel nicht zu oft, denn die Feuchtigkeit ist das, was drinbleiben soll. Die Zutaten garen jetzt langsam, ohne dass nachgerührt oder Flüssigkeit ergänzt werden muss.

Die gusseiserne Tajine lässt sich auch auf allen Herdarten, inklusive Induktion verwenden. Gerade dort sollte die Temperatur nicht unnötig hoch gewählt werden.

Übrigens: Auch im Backofen fühlt sich die Tajine pudelwohl.

Warum Tajine in Frankreich so selbstverständlich ist

Wer heute in Frankreich eine Tajine auf der Speisekarte findet oder selbst ein Tajine-Gericht zubereitet, trifft auf eine Küche, die längst Teil des französischen Alltags geworden ist.

Die Verbindung hat auch historische Gründe. Frankreich unterhielt im 20. Jahrhundert enge politische und gesellschaftliche Beziehungen zu den Ländern des Maghreb. Marokko stand von 1912 bis 1956 unter französischem Protektorat, Algerien war bis 1962 Teil des französischen Staatsgebiets.

Mit diesen Verbindungen kamen Menschen, Zutaten, Rezepte und Essgewohnheiten über das Mittelmeer. Durch die Einwanderung aus dem Maghreb bereicherte die nordafrikanische Küche Frankreich zunehmend, in Familienküchen ebenso wie in Restaurants und im Lebensmittelhandel.

So ist die Tajine in Frankreich heute weniger exotisch als in Deutschland. Sie gehört dort längst zum kulinarischen Alltag.

Dass Le Creuset als französischer Hersteller eine Tajine aus emailliertem Gusseisen anbietet, passt in diesen Kontext. Das traditionelle nordafrikanische Kochprinzip trifft auf eine französische Kochgeschirrtradition – ohne dass die Herkunft der Tajine dabei verloren geht.

Ein traditionelles marokkanisches Tajine-Gericht in schwarzer Le Creuset Tajine, umgeben von Keramik und dekorativen Elementen.
Maghrebinische Vibes: Die Tajine-Rezepte sind so zahlreich wie die Menschen, die sie zubereiten. Familien tradieren "ihre" Rezepte über Generationen

Zwischen Tradition und moderner Küche

Die Tajine muss heute nicht mehr über einer traditionellen Feuerstelle stehen. Ihr Kochprinzip funktioniert ebenso auf modernen Kochfeldern oder im Backofen.

Gerade das macht sie für die heutige Küche interessant. Die Form mag ungewöhnlich wirken, doch dahinter steckt ein ausgesprochen praktisches System: moderate Hitze, wenig Flüssigkeit und ein geschlossener Garraum.

Die Le-Creuset-Tajine verbindet dieses Prinzip mit den Eigenschaften von emailliertem Gusseisen. Der schwere Boden speichert die Wärme, der konische Deckel unterstützt den Feuchtigkeitskreislauf und die Emaille macht das Kochgeschirr alltagstauglich.

Wie reinige ich meine Tajine?

Nach dem Kochen lässt sich die Tajine mit warmem Wasser und etwas Spülmittel reinigen. Auf aggressive Reinigungsmittel und scheuernde Hilfsmittel sollte verzichtet werden. Auch starke Temperatursprünge sind bei Gusseisen keine gute Idee.

Fazit

Eine Tajine ist kein Kochgeschirr für die schnelle Küche. Hier trifft eher das Wort Slow-Food den Kern. Was in der nordafrikanischen Küche seit Generationen selbstverständlich ist, wirkt in einer modernen deutschen Küche zunächst vielleicht ungewohnt. Hat man das Prinzip einmal verstanden, erscheint es jedoch ziemlich logisch.

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